Freitag, 15. August 2008

Tag 2 – Flö et Stéphan à Paris

Guten Tag die Damen, Guten Tag die Herren, ich sitz’ gerade auf dem Beifahrersitz während Flo hier mit 130 über die Autobahn rast, muss man schon sagen. Aber zuerst wollt ich die Ereignisse des gestrigen Tags schildern.

Als die Squash-Master ihren Abschluss fanden haben wir uns wieder in Bewegung gesetzt um am Abend in der Stadt der Liebe anzukommen. Unsere Strecke Ofterdingen – Paris (ca. 680km) führte uns an der ein oder anderen Kuriosität vorbei. Unterwegs trafen wir z.B. auf einen LKW mit Streifenwagen der deutschen Gesetzeshüter, und nein, wir haben den LKW nicht gerammt.

In Frankreich fiel uns dann noch eine französische Familie auf, die anscheinend einen Dachgepäckträger zu wenig hatte.

In einigen Belangen sind uns die Franzosen voraus: deren Notruftelefone an der AB sind solarbetrieben, aber dafür richten sie extra einen Radiosender extra für jeden AB-Abschnitt ein, super macht ihr das, weiter so, ich hab auch alles verstanden, aber dafür kündigt ihr ja freundlicher Weise die Blitzer und Radarfallen an! (Anm. d. Red.) Ich habe mich dann gestern noch mit den Automaten der Maut angefreundet: erst zu weit weg gestanden zum Ticket ziehen, beim Bezahlen die Kreditkarte zweimal falsch reingesteckt und ganz am Ende die Quittung vergessen. Die dazugehörige Matz findet ihr hier:

Die Suche nachdem Zeltplatz gestaltet sich auf Grund guter Vorbereitungen sehr viel leichter als das Versenken der Heringe im Steinboden. Während der Anmeldung wurde unser Auto von einem freundlichen Italiener samt Wohnwagen zu geparkt, wieder eine halbe Stunde verloren. Und alles bloß, weil ihr im Viertelfinale ausgeschieden seid.

Als wir auch diese Hürde genommen haben, konnten wir uns Aufraffen um uns geschniegelt und geputzt in die Horde derer einzureihen, die in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Sehenswürdigkeiten besichtigen wollten. Das eigentliche Ziel am Abend, einen guten Club zum Feiern zu finden haben wir nur knapp verpasst. Dafür haben wir aber viele verliebte Blicke von Männern der etwas anderen Art ernten können, die es wie außergewöhnliche Fetische (?), z.B. SM-Spanking, zuhauf in Paris gibt.

Auch die Taktik „Ey, wir folgen solange den hübschen Mädels bis die in einen guten Club gehen“ brachte keinerlei Erfolg. Deshalb versackten wir in einem Pub um ein Bier zu trinken, 6,50€ für 0,5l, und fuhren, wie so einige andere Male auch, mit der Metro wieder zum Porte de Maillot zurück – Metrofahren est trés bien et trés urban, comme au cinéma (Anm. d. Red.). Ach ja: den Eifelturm, das Centre Pompidou, die Seine und Notre Dame. Der ein oder andre kennt vielleicht die Polizeipräsenz in und um Dresden, wenn Dynamo spielt, ganz so schlimm ist es in Paris zwar nicht, aber ähnlich. Ich bin schon ganz schön erschrocken, als die 3er-Streife mit dem G36(Erkl.: automatische große Schießpistole) hinter mir stand. Die Streifenwagen sind auch mit mehr als drei Personen besetzt, manchmal auch mit Kindern <14jahren,>

Tag 3 – du BIERst Deutschland

Nach einer erholsamen Nacht im Zelt - exklusive Sarkasmus - , 20m entfernt von einer Umgehungsstraße begann der Tag heute mit Autopacken und Abmeldung an der Rezeption. Das was gestern der eine Italiener war, war heute ein anderer, der sich dann auch gleich noch lautstark vor dem Verlassen des Campingplatzes mit einem Landsmann anlegte.

Der Plan sah wie folgt aus: Tanken, einkaufen, kurz was frühstücken und dann auf nach Limoges. Die Etappe umfasst ca. 400km. Die Realität sieht aber etwas anders. An einer Rue de National fanden wir ein „Carrefour“ – welches einem Bugacenter ähnlich kommt. Da gab’s dann auch gleich eine Tankstelle – passte also perfekt in den Plan – denkste. Unsere Kreditkarte wurde am Automaten nicht genommen, das Tanken fiel flach. Beim Carrefour „Fermeture exceptionelle le vendredi 15 août“ Gewinnspiel: Jeder darf mal raten und uns seine persönliche Übersetzung in den Kommentar schreiben, als Belohnung gibt’s das nächste Mal ein Extravideo.

Als wir weiter unserem geplanten Weg folgten, gelangten wir an eine Tankstelle, wo uns ein Bäcker empfohlen wurde. Dieser befand sich in einem kleinen Nachbardörfchen, in das wahrscheinlich alle 10 Jahre, mal ein Touri kommt. Eine der drei französischen Backwarenfachverkäuferinnen beeindruckte uns in dem Maße, dass wir beschlossen haben, ein Ranking zur schönsten französischen Backwarenfachverkäuferin zu führen. Wer mögliche Kriterien zur Benotung besteuern möchte, kann dies gern in den Kommentaren tun.

Einige 100 Kilometer entfernt lag Orléans, wo wir endlich ein weiteres und ein auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenes Carrefour fanden. Ergebnisse waren ein gemütlicher Toilettengang, mit dem wir den Fetisch der Pariser neben dem Pinkeln auch andere Sachen im Stehen zu verrichten zu müssen, umgingen und unserem Gepäck ein kleines Upgrade lieferten:

Noch schwerer als vorher ging es weiter Richtung Limoges. Unsere heutige Unterkunft ist, wie sollte es anders sein, wieder ein Zeltplatz. Aber diesmal etwas fortschritlicher als der letzte. Er liegt nicht neben einer Straße, obwohl, die Autobahn zu hören ist, ein See ist gleich um die Ecke und eine Kinderspielecke für Flo gibt es auch! Ach ja: W-Lan heist hier WiFi 3Com und steigert unser Wohlbefinden um mehr als das Doppelte. Heute Abend geht’s noch mit dem Auto in die Innenstadt, Bus fährt leider keiner. Warum wisst ihr wahrscheinlich eh alle schon, weil ihr ja heiß auf das Extravideo seid, das wir vorhin versprochen haben.


Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, Liebe Grüße nach Dresden, Freital, Kleinopitz und den Rest der Welt,

schnei

PS: Flo ist zu, ich muss also fahren.