Sonntag, 31. August 2008

Tag 19 – „Ein richtiges Bett, Alter!“

Liebe Fangemeinde,

wir sitzen gerade in unserem INOUT Hostel in Barcelona und haben soeben jeder einen Fisch mit Nudeln für 6 Euro gegessen. Das Hostel ist echt ein Traum. Eine riesige, ruhig am Berg gelegene Anlage mitten im Wald, ein kurzer Weg zur Metro, eine Bar, die wir heute Abend vielleicht noch antesten werden und super bequeme Sofas. Dazu sehr freundliches Personal und tägliche Zimmerkomplettreinigung. Preis? 13 Euro pro Nacht. Auch über die Internetgeschwindigkeit sind wir durchaus erfreut:

Gestern Abend sind wir entgegen unserer Vorsätze doch noch mal in die Stadt gefahren und haben uns mit Cecilie getroffen.

Cecilie kommt ursprünglich aus Dänemark und lebt seit einem halben Jahr in Spanien. Vor einem Monat ist sie nach Barcelona gezogen und wird noch ein Jahr hier bleiben. Mit ihr und zwei ihrer Freundinnen haben wir uns ein Flamenco-Festival angesehen und sind nachher ein bisschen durch die Altstadt gelaufen. Irgendwann ging es uns beiden dann aber nicht mehr wirklich gut, und da wir heute eine Menge vorhatten, sind wir halb 2 wieder zurück gefahren.

So leicht das Hostel mit der Metro zu erreichen ist, so schwer haben wir uns gestern mit dem Auto getan. Richtungsschilder sind hier spärlich gesät, und Einbahnstraßen gibt es jede Menge. Dazu fahren die Spanier echt wie die Henker. In 24 Stunden haben wir 2 Unfälle gesehen.

Heute Morgen sind wir dann das erste Mal doch mild enttäuscht worden, denn das Frühstück war schon sehr sparsam kalkuliert. Aber Cecilie hat gesagt, dass die Spanier morgens generell wenig essen, und so schlimm war es nun auch wieder nicht. Wir sind dann gegen Mittag ins Stadtzentrum gefahren und haben uns schon mal zu zweit ein wenig umgesehen. Um 1 ist Cecilie dann zu uns gestoßen und hat uns durch Barcelona geführt. Leider wissen wir nicht mehr bei jedem Bild, welche Sehenswürdigkeit sich dahinter verbirgt, aber die merkwürdig aussehenden Gebäude sind alle von Gaudi.

Die Sagrada Familia erkennt ihr ja sowieso alle…

Außerdem waren wir noch am Stadion von FC Barcelona, aber leider konnte man heute nicht reingehen.

Nach 4 Stunden Sightseeing traten dann erste Ermüdungserscheinungen auf, und wir sind wieder mit der Metro Richtung Strand gefahren. In Barcelona ist man doppelt froh, wenn endlich die Metro kommt: An den Stationen ist es wirklich penetrant heiß. Am Strand haben wir dann ein nettes Eiscafé besucht, um den Tag noch ausklingen zu lassen, aber das war gar nicht mal so einfach. Am Ende sind wir in einer bretonischen Crèperie gelandet. Dort war es sehr lecker aber auch ordentlich teuer.











Jetzt sitzen wir wie gesagt gerade im Hostel-Restaurant und werden uns gleich noch einen Film anschauen. Mal sehen, ob wir ein Bild von den Wildschweinen machen können, die anscheinend hier jeden Abend auf der Terrasse vorbeischauen.

Da wir lange kein Video mehr reingestellt haben, gibt’s hier einen 1-minütigen Clip von Schneis Kampf mit dem Zimmerventilator. Wir wissen jetzt auch, warum wir noch nie einen in Betrieb gesehen haben.

Morgen fahren wir weiter in die Nähe von Montpellier nach Palavas am Mittelmeer. Wer weiß, vielleicht können wir auf den mega Wellen im Mittelmeer noch mal surfen gehen.

Grüße nach Hause,


Flo

Tag 18 – „Wetten, wir sehen auf den nächsten 15 Kilometern keinen lebenden Menschen?“

Buenos Dias an unsere Blogleser aus Spanien, genauer von der A2 ungefähr 100 Kilometer vor Barcelona. Nachdem wir unser Ziel, heute gegen 10 in Vieux Boucau loszufahren, nur um knapp 2 Stunden verfehlt haben, sind wir schließlich gen Südosten aufgebrochen. Eigentlich war ja für heute Regen angesagt, der bleibt aber doch aus. Dafür sind 34 Grad Außentemperatur, der wir mit der Klimaanlage gerade so entgehen.

Wir hatten uns im Vorfeld absichtlich dazu entschieden, nicht über die Autobahn zu fahren, sondern eine Straße durch die Pyrenäen zu wählen, um ein bisschen von der Landschaft zu sehen. Und das hat sich gelohnt! Wir waren beide schon oft in den Alpen, aber die Berglandschaft hier ist wirklich einmalig. Eigentlich kann man das auch gar nicht richtig beschreiben, es sind einfach super steile Hänge, Stellen an denen man Erdrutsche erkennen kann, Schnee an geschützten Nordhängen, …es ist beeindruckend gewesen. Leider aber skitechnisch nicht interessant da kaum erschlossen und einfach nicht schneesicher genug. Wir haben einige Bilder aus dem Auto geschossen, die sind aber nicht wirklich gut geworden sind. Schnei hat dann seine Liebe für Serpentinen entdeckt, während ich geschlafen habe.

Wie ihr vielleicht wisst, ist das Benzin in Spanien deutlich billiger als in Frankreich, weshalb wir natürlich erst nach der Grenze tanken wollten. Und wenn schon, denn schon: Ungefähr 30 Kilometer vor der Grenze ging die Reserveleuchte an, Tankstellen erst wieder 8 Kilometer in Spanien. Das war schon nicht ohne, zumal die Strecke auf spanischer Seite durch einen einspurigen Tunnel führte. Aber wie immer bisher haben wir Schwein gehabt und es noch bis zur Tankstelle geschafft. Dann ging es weiter in Richtung Barcelona. Anfangs haben wir noch die Aussicht genossen, aber je weiter wir von den Bergen weg gekommen sind, desto öder wurde die Landschaft. Dort scheinen kaum Menschen zu leben, alles ist staubig, höchste Brandgefahr – wie Trockensavanne halt. Langweilig.

Die Straßen in Spanien sind ähnlich gut wie in Frankreich, und da keine Dörfer im Weg stehen, gehen die auch einfach mal bis zum Horizont nur geradeaus, was zu einem neuen Spiel führte: „Wie weit ist es bis zur nächsten Kurve?“. Ich denke mal Schnei hat das doppelt gut gefallen, nachdem sein letztes Spiel, in dem Kurven eine Rolle spielten, doch ziemlich aus dem Ruder lief (aufmerksame Leser werden wissen, was gemeint ist, alle anderen seien auf Tag 15 verwiesen).

Zu gestern Abend gibt es feiertechnisch nicht allzu viel zu berichten. Es war eher unterdurchschnittlich, und die Bowle war auch ziemlich schnell alle. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass es anscheinend doch ordentlich Konkurrenz zwischen den Surfcamps vor Ort gibt. Gestern haben anscheinend Lehrer eines anderen Camps bei uns ein wenig randaliert, und heute Morgen lag die Flagge noch eines anderen Camps vor unserem Küchenzelt. Whatever, damit beschäftigen wir uns nicht weiter.

Dann mussten wir uns natürlich noch von allen verabschieden. Wir haben echt interessante Leute kennen gelernt und hoffen natürlich, dem einen oder anderen im nächsten Jahr wieder zu begegnen. Denn für uns steht fest, dass wir wieder hinfahren werden. Schade ist, dass wir Timmy nicht noch mal gesehen haben. Timmy, wenn du das liest: Wir lieben dich! Auch wenn du uns vom Schlafen ab hälst. Insider…

In einer Stunde werden wir in unserem Hostel ankommen. Laut Beschreibung liegt es zentrumsnah und ist nur einen kurzen Hike (500 Stufen…) von einer Metrostation entfernt. Na mal schauen. Heute Abend werden wir eher nichts groß unternehmen und uns auch erst morgen mit Cecilie treffen. Ein Abend Pause wird uns sicher gut tun, um endlich vollständig gesund zu werden. Was nicht heißt, dass wir krank sind, aber wie die meisten anderen auch haben wir anfangs unterschätzt, wie kalt die Nächte wirklich sein können.


Flo