Mittwoch, 27. August 2008

Tag 14 – „Weiß jemand von wie die Gezeiten entstehen?“ „Na wegen Ebbe und Flut und so“ (Is’ klar, weil klar is’)

Gestern Abend hab ich mal wieder gnadenlos zu viel gegessen, sodass gestern nicht mal mehr ein Bier in den Bauch gepasst hat und ich mich dann frühzeitig ins Bett verzogen habe. Flo war dann mal wieder im Mojito und noch bisschen im Partyzelt bis 2Uhr. Danach kam er mit dem Spruch „Boah, in 6 Stunden müssen wir schon wieder zum Surfen aufstehen“ ins Zelt!

8 Uhr morgens klingelte dann auch der Wecker, wurde auch ausgemacht, wir waren auch beide wach, aber nicht allzu lange. Wir waren dann um 10 beim Frühstück und wollten gegen 11 an den Strand. Eine halbe Stunde später dort angekommen, haben wir uns direkt ins Wasser und die Wellen gestürzt – eine andere Beizeichnung wäre auch unpassend.
Mo, unser Coach, hat uns auch gleich gefragt, wieso wir nicht bei der Theorie sind. Wir meinten, dass wir jmd. hätten der für uns mitschreibt und wir lieber Surfen gehen wollen.

12.30Uhr: Mo: „Hey Jungs, ich dacht ihr wollt surfen?“ Schnei: „Ja, nee, die grüne Flagge hängt, hatte keinen Sinn mehr“ – die Wahrheit ist, dass wir es nicht mal in den Bereich der grünen Wellen geschafft haben. Wir hatten keine Chance.

Nach der Theorie sind wir dann wieder an den Strand. Flo ist zusammen mit zwei anderen Mitgliedern auch sofort wieder ins Wasser, ich bin zu Götz gegangen und habe unseren Coachs beim Surfen zugeschaut. Er hat gefilmt und sagte, dass es eigentlich cooler wäre, wenn man so ein paar Momente als Photo hätte. Da hab ich mich als Photograph angeboten. Ein paar schöne Fotos waren dabei, aber so richtige Hammerbilder warens nicht. Lag aber eher an den Surfern ^^.

Später waren Flo und ich dann noch mal draußen. Dabei haben wir uns ganz schön die Brustwarzen wund gerieben, weil wir ohne Lycra und ohne Neo, dafür bloß in Shorts draußen waren. Da ging dann auch nicht mehr viel, da wir wieder kaum eine Chance hatten aus der Weißwasserzone zu kommen. Ein, zwei gute Wellen waren dabei, bei Flo sicherlich auch.

Heute Abend hatten wir dann mal wieder Abendbrotdienst und wir hatten wieder mal Glück. Denn es haben sich zwei weitere nette Helfer, Floyd und Brandi, gefunden, die uns sehr unterstützt haben, den ganzen Berg an Arbeit zu erledigen. Es muss irgendwie Mitleid sein, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die unser Verhalten so cool finden, dass sie uns helfen wollen. Besonders unsere Dialoge sind teilweise echt grenzwertig, wenn da grundlose Aggressionen aufblühen. So wie gerade eben, also Flo sich mal wieder mädchenhaft hatte. (Ich wäre angeblich auch ne Pussy, sagt Flo)

Apropos mädchenhaft: Wir haben immer zu viert Küchendienst. Und diese Woche ausgerechnet mit den zwei Mädels, die uns ohnehin schon derbst aufn Zeiger gehen. Und die hatten dann natürlich auch nix besseres zu tun, als unser Unvermögen und unser Nichtkönnen zu kommentieren und uns mit dummen Sprüchen ausm Hintergrund berichtigen zu wollen. Wir, so hart wie wir eben sind, haben all diese Sprüche mit all unserer Coolness abgeblockt und unbeeindruckt weiter unsere harte Arbeit bis zum bitteren Ende durchgezogen.

Mittlerer Weile telefoniert Yamir wieder mal in Mitten der Mitglieder und probiert sein Camp zu organisieren und sucht derzeit nach einem neuen Teamer weil ihm ab Mitte September nur noch ein Teamer zur Verfügung steht. Vorhin hat er wieder mal genau neben uns eine Diskussion mit einem Teamer geführt, diesmal wars Brandi. Anscheinend ist Yamir nicht so davon erfreut, dass Brandi morgen „noch mal“ nach SanSe will, es wäre Brandis zweites Mal. (Im Gegensatz dazu waren andere schon 5 Mal da.)

Timmi kam gerade ins Partyzelt und hat mich gefragt, was ich hier immer mache. Ob ich was arbeite oder was für die Uni mache – würde er mich kennen, hätte er letzteres nicht fragen brauchen^^. Jetzt hat er wieder einen Surffilm angemacht. Timmi scheint echt ein Vollblutsurfer zu sein. Und hat genau wie Manu, laut Götz, noch recht gute Chancen es beim Surfen weit zu bringen. Die beiden müssens echt drauf haben. Manu habe ich heute mal kurz gesehen – das hat schon Stil. Timmi hab ich noch nicht so richtig gesehen. Ich werde morgen vielleicht mal früh mit zum Strand gehen und vielleicht wieder fotografieren, wenn mich Götz lässt.

Ich sehe gerade, dass der Post im Word länger wird als eine Seite, deswegen hör ich jetzt auf und gehe essen.

Habt alle noch ne schöne Zeit,

liebe Grüße aus France,

Schnei

Montag, 25. August 2008

Tag 13 – Welle 1, Ich 0

Hallo an die Geräte zu Hause! Als erstes wollten wir mal etwas sagen, das wir bisher immer vergessen haben - nämlich dass es uns freut, dass fast 30 Leute täglich in unseren Blog schauen und sich überhaupt für unser Leben interessieren.

Da die Frage ab und zu im ICQ auftaucht: Wir sind immer noch in Vieux Boucau und bleiben hier auch noch bis Samstag. Das Wetter ist weiterhin genial, es soll sogar noch wärmer werden. Die Sonne prasselt ganz schön, was regelmäßig trotz Eincremen zu Verbrennungen führt. Das wissen anscheinend auch die Shops hier: Sonnencreme kostet so um die 10 Euro für LSF 10. Höhere Stufen entsprechend mehr.

Gestern haben wir neben Sonnencreme auch andere Einkäufe getätigt und unseren Biervorrat aufgefüllt. Der bildete dann auch den Treibstoff für die Partynacht im Mojito, an der Schnei aber leider nicht mehr teilgenommen hat. Ob es nun daran lag, dass das der bisher billigste Abend war oder an der Tatsache, dass wir inzwischen wissen, wer gern mal Getränke ausgibt bzw. diese verbilligt bekommt (Brandi, Manu und Pedro sei Dank!), ist allerdings noch ungeklärt. Jedenfalls war Schneis Gesicht einfach eine Messe, als ich heute Morgen halb 9 im Zelt aufgetaucht bin um mich hinzulegen und er davon ausgegangen war, dass ich die ganze Nacht ihm gegenüber lag. (Zusatz vom Schnei: Flo ist gegen 4.30Uhr also halb Fünf im Partyzelt betrunken eingeschlafen)

Am Vormittag hing wieder die grüne Flagge, und es war sogar kurz die Rede davon, keine Kurse durchzuführen. Also sind wir kurzentschlossen mit Brandi in diverse Outlets in der Gegend gefahren und haben uns eingedeckt. Leider waren die Shops schon relativ leer, was ja auch verständlich ist. Immerhin ist die Saison auch fast schon vorbei.

Das macht sich auch im Wasser bemerkbar. Im zweiten Kurs des Tages (den ersten hatten wir wegen der Outletfahrt ausgelassen) hatten wir jede Menge Platz. Auch die Wellen waren schön hoch. Beim Rauspaddeln ist das natürlich nicht so angenehm. Beim Surfen umso mehr.

Jetzt steht hinter mir gerade eine riesen Schlange fürs Essen (Ratatouille), während ich noch gemütlich im Liegestuhl blogge. Einige haben heute Sunset-Surfkurs. Vielleicht gehen wir dann auch noch mal raus, wenn Bretter übrig sind.

Übrigens haben wir uns schon mehr oder weniger dazu entschlossen, nächstes Jahr wiederzukommen und würden uns natürlich freuen, wenn noch der ein oder andere mitkäme. Mit mehr Leuten ist es sicher noch lustiger.

So, die Schlange wird kürzer, ich geh mal essen. Liebe Grüße an alle zu Hause und meldet euch mal!

Nachtrag:

Heute Abend war noch Sunset-Surf. Glücklicherweise habe ich ein Brett bekommen und konnte auch noch mal raus. Es war schon ziemlich kalt, vor allem als die Sonne weg war. Trotzdem hat es total viel Spaß gemacht.

Jetzt sitzen wir gerade im Partyzelt, nebenher läuft Bourne Ultimatum und wahrscheinlich gehen wir gleich noch mal in die Pizzeria.

Flo

Sonntag, 24. August 2008

Tag 12 – „Wir haben Angst, dass ihr euch bei diesen riiiiesen Wellen verletzt“

Gestern Abend waren wir nach dem Abendbrot noch kurz am Strand und haben uns mal einen Sonnenuntergang angeschaut. Dazu gab es ein Bierchen und so war der After-Work-Chill-out perfekt.

Es war gestern auch wieder Anreisetag. Das hieß, dass wieder Vorstellungsrunde war und unsere Eltern können beruhigt sein: Es gibt noch schlimmere Säufer als uns. Auch deren Zelt sieht heute schon schlimmer aus als unseres. Wir haben bisher wenigstens noch unsere Fläschchen reingeräumt und auch nicht vor dem Surfen Bier getrunken. War auch besser so.

Heute war dann auch der erste Tag an dem wir bei Mo (alias Moritz) und Timmi Unterricht hatten. Zuallererst lernten wir dann auch erstmal einige Kleinigkeiten die unser bisheriger Coach Martin vergessen hatte uns zu erklären, u.a. die Weißwasserwellenvermeidungstechniken. Da gibt’s dann zweierlei: einmal kann man bei kleinen Wellen einen Liegestütz auf dem Brett machen, sodass das Wasser zwischen Surfer und Brett durch kann, oder man fasst an der Nose (Spitze des Bretts) an und macht eine Rolle. Dann liegt man auf dem Rücken, das Brett über einem und idealerweise noch unter Wasser und lässt die Wellen einfach über einen rollen. Die Technik macht so viel Spaß, dass wir die sogar in hüftiefem Wasser praktizieren – da gibt’s dann ein Rückenpeeling gratis ^^

Heute gab es dann aber auch kaum etwas anderes zum Üben. Denn die Wellen waren heute klein, sehr klein und da war dann auch nicht sonderlich viel mit dem Reiten von grünen Wellen. Ein, zweimal hat es bei uns beiden geklappt, ansonsten war dann Sonne auf dem Bauch scheinen lassen angesagt, sowohl am Strand, als auch aufm Brett im Atlantik.

Wir beide waren heute auch mal ohne einen Neo unterwegs. Während der ersten Stunde war es noch ganz angenehm, während der zweiten war insbesondere mir kalt, aber Flo kam auch nicht ins Schwitzen. Danach hieß es für uns sofort unter die Dusche und warme Klamotten an.

Heute Abend war Flo das erste Mal sehr enttäuscht vom Essen. Erstens wurde falsch kalkuliert, da hieß es dann für einige schon mal, dass die kein Fleisch mehr bekommen würden und zweitens war der Quark, der bei Pellkartoffeln eine wichtige Rolle spielt, sehr früh alle. Flo und ich mussten uns dann mit der anderen Soße zu frieden geben, die anscheinend nur aus Majo und Ketchup bestand.

Zurzeit sitzen wir wieder mal in der Pizzeria, Brandi versucht seinen Flug zu stornieren, wir bloggen und schauen ins Studi und warten hauptsächlich auf das Abendprogramm.

Schnei

Samstag, 23. August 2008

Tag 10 – „Bleibt ihr noch eine Woche?“ „Nuuu!“ „Da lässt hoffen“

Ich sitz gerade noch im Partyzelt vom Camp, während aufgeräumt und alles für den großen Singstarabend mit Bowle vorbereitet wird.

Heute war ein ziemlich geiler Tag, obwohl er ziemlich verkatert und noch etwas betrunken begann. Wir hatten gestern Abend mal wieder eine kleine Runde Trinkspiele hinter uns, als wir ins Mojito gezogen sind, in dem uns dann erst mal die Augen ausfielen, als Jenni, Teamerin, und Corinna, Teilnehmerin, den Boden mit ihren Schritten zum Glühen brachten. Bei uns konnte es nach einigen kleinen Start-Ups losgehen, das hieß dann immer wieder 2 B52 und 2 Desperados mit denen wir uns dann in Stimmung brachten.

Der ein oder andre Schnaps sorgte dann auch für das nächtliche Achterbahnerlebnis im Zelt und kleine Unsicherheiten beim Surfen.

Heute ließ es sich super surfen. Der Strand war leer, fast leer. Denn das Wetter lud nicht gerade zum Baden und Boarden ein, warum auch viele andere Gruppen dem Strand fernblieben und wir die Wellen nahezu für uns alleine hatten. Flo hat dann den einen oder anderen Versuch des Take-Offs (Aufstehen aufm Brett in der Welle) auf Grund mangelnden Gleichgewichtsgefühls abbrechen müssen. Bei mir liefs besser, ich bin halt Trinkfester, dank des Trainings mit Glaysi, dem alten Trinkbruder. Danach gabs wieder die übliche Stunde Pause zum Relaxen und Essen, bevor es in der zweiten Einheiten wie gewohnt voll mit guten Wellen weiter ging. Das Wetter hatte sich gebessert, die Sonne schien.

Zurück im Camp kam es zum großen Beach Volleyball-Showdown mit Brandi und Pascal, unserem Koch. Den haben wir dann solange am Feld festgehalten, dass es heute erst verspätet Abendbrot gab. Das Essen, was wir jeden Tag früh und abends vorgesetzt bekommen, ist im Übrigen der Oberhammer!!! Man kann sich so was von satt essen und es gibt teilweise echt ausgefallene Sachen von unserem Schweizer, der meist zwei Stunden vorher noch nicht weiß, was es geben wird. Als Pascal weg war, musste David einspringen um sich noch drei Sätze mit uns durch den Sand zu quälen. Am Ende war es nur noch ein Rumgequäle und wir waren alle total fertig, vom Surfen und vom Beachen.

Jetzt füllt sich das Zelt so langsam ich werd mal die Segel streichen und das geschriebene abspeichern um es morgen früh zu posten. Ich hoffe mal dass es euch allen gut geht?

Um vielleicht die entscheidende Frage zu letzten Post zu beantworten:

Das mit dem Ei am Wandern bedeutet nicht mehr, als dass uns im Neo immer wieder das eine Ei in Richtung Körperinneres geschoben wird, was mit der Zeit reichlich unangenehm wird.

So, dit wars jez aber, bei uns werden ziemlich bald die Lichter ausgehen ^^

Liebe Grüße aus Frankreich

Schnei

PS: Der Bezug zur Überschrift fehlt noch. Das war ein Dialog zwischen Flo und unserem Surflehrer Martin, der ziemlich gern über uns Ossis herzieht. Wir haben das mal als Lob hingenommen, weil er es nach dem letzten Ritt in der zweiten Stunde zu uns gesagt hat.

PPS: Flo war gestern zu.

PPPS: Ich auch. ^^

Tag 11 – Die Weißwasserwellenvermeidungstechnik

Eine Woche sind wir jetzt schon hier, und wir finden es nach wie vor einfach nur geil. Die Bowle gestern hatte uns ordentlich Treibstoff für die anschließende Party im Mojito gegeben. Dort ging es richtig zur Sache. Die Liveband hat voll meinen Musikgeschmack getroffen und nicht nur die üblichen 80er- und 90er-Songs gecovert, sondern auch Apollo 440 und House of Pain performt. Wir hatten also durchaus unseren Spaß, auch angesichts der hohen Damenquote. Leider haben wir aber feststellen müssen, dass ein Großteil der Besucher das achtzehnte Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Das ist schade, denn außer man geht mit Pascals Motto: „Legal, illegal, scheißegal“ oder auch „Old enough to pee, old enough for me“ an die Geschichte ran, muss man echt aufpassen.

Jedenfalls haben wir jetzt Zugang zu einigen Fotoquellen gefunden. Ihr könnt also in Zukunft doch mal mit ein paar mehr Bildern rechnen.

Heute ging der Surfkurs erst 12:30 los. Sehr freundlich, wenn der Abend davor lang war und man sich doch einiges vorgenommen hat. Im ersten Kurs lief es schon richtig gut, auch hatte ich einige Tipps von Daniel bekommen, wie ich die Wellen noch schneller surfen kann. Schnei hatte irgendwie anfangs ein kleines Tief…möglicherweise alkoholbedingt (Anm. vom Schnei: Das war nicht alkoholbedingt, wirklich nicht.). Im zweiten Kurs wollten wir nach der Aufwärmphase gerade ins Wasser starten, als Martin uns zurückholte um uns zu fragen, ob wir lieber weiter raus paddeln würden. Unsere Antwort darauf könnt ihr euch sicher vorstellen. Jedenfalls wurden wir dann kurzerhand zu den Intermediates gesteckt. Der Lehrer dort, Mo, fragte noch so: „Also, Weißwasserwellenvermeidungstechniken kennt ihr alle? Dann los!“ Plonk. Nie davon gehört. Ach hey, wird schon. Dann ging es ans Rauspaddeln. Wir haben ja schon ein paar Mal anklingen lassen, dass die Mehrzahl der Teilnehmer nicht gerade sportlich ist. Umso schlimmer war für uns die Erfahrung, nicht hinterherzukommen. Irgendwie muss da ein Trick dabei sein, den wir hoffentlich noch rausbekommen. Zum Glück war das Meer sehr ruhig und wir kamen erstmal gut voran. Dann kam das Warten auf die Wellen. Daniel war dann auch draußen und feuerte mich beim Anpaddeln an. Gleich die dritte Welle hat mich mitgenommen und ich hab sie gestanden. Ein geiles Gefühl. Dann musste man aber erstmal wieder rauspaddeln. Und das war durchaus frustrierend und langwierig. Surfen ging aber echt gut, wir freuen uns auf morgen. Schnei war dann zusammen mit Tim etwas abgetrieben, der dann probiert hat ihm etwas zu zeigen. Lief aber wie am Vormittag eher suboptimal.

Jetzt gehen wir gleich wieder die Einträge in den Blog stellen. Schnei drängelt schon.

Donnerstag, 21. August 2008

Tag 9 – Scheiß Bodyboarder. Morgen bring ich einen um!

Freunde des Dauerregens und der subpolaren Luft, hier sind wieder eure Langzeiturlauber. Und wir haben gute Nachrichten!

Nachdem wir gestern unseren Abwasch relativ zügig und ohne uns selbst einzusauen hinter uns gebracht haben, stand die Frage, was wir mit dem Abend noch anfangen. Die Hälfte der Leute war ja nach San Sebastian gefahren, aber es blieben immer noch genug feier- und vor allem trinkfreudige Gesellen übrig. Mich hatte irgendwie in den letzten Tagen ein bisschen eine Erkältung angeschlagen, also hab ich noch eine Tablette genommen und bin ins Bett gegangen. Das war also für mich der erste Abend ohne Alk. Schnei auf der anderen Seite hat wohl noch an gewissen Trinkspielen teilgenommen und ist dann noch kurz im Mojito gewesen. Heute früh sah er trotzdem fit aus, ganz im Gegensatz zu vielen, die in San Sebastian waren.

11:30 ging unsere erste Surfeinheit los. Heute wieder bei strahlender Sonne und Temperaturen knapp unter 30. Die Wellen waren auch voll okay, sollen aber in den nächsten Tagen kleiner werden. Inzwischen fühlen wir uns schön sicher auf Weißwasserwellen und würden uns freuen, ein paar mehr Tipps von unseren Lehrern zu bekommen, denn vom größeren Teil der Gruppe haben wir uns leistungsmäßig doch ein Stück abgesetzt. Die gestrige Session hat sich also ausgezahlt.

Heute war es dann auch viel voller im Wasser. Vor allem die Kids auf ihren Bodyboards bringen uns zur Verzweiflung, weil sie in Rudeln direkt hinter einem rausgehen und uns also nachher den Weg blockieren. Noch konnten wir unsere sadistischen Neigungen unterdrücken, aber lange wird das nicht mehr gehen.

Auch bildungstechnisch bringt uns der Trip einiges. Zum Beispiel können wir jetzt nachvollziehen, woher die Redewendung „ein Ei am Wandern haben“ kommt. Scheint aber ein generelles Surferproblem zu sein, und Kinder wollen wir hier ja eh nicht zeugen.

Das wars erstmal von uns. Wir wissen, dass ihr gern mehr Bilder sehen würdet, aber wir kommen echt wenig zum Fotografieren, wobei wir manchmal gern die Cam zur Hand hätten.

Dass so viele Leute regelmäßig unseren Blog anschauen, freut uns natürlich. Wir versuchen auch weiter, jeden Tag zu schreiben. Aber immer klappt das halt nicht.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen und bei allem, was man in Deutschland grad so machen kann.

Flo

Mittwoch, 20. August 2008

Tag 7 – The Red Flag

„It’s gonna be big…real big.“ – Das waren die Worte von Pedro, unserem spanischen Surflehrer als Vorhersage für die Wellen am Dienstag. Und damit hatte er auch recht. Prompt hängten die Lifeguards auch die rote Flagge aus: Surfverbot. Noch dazu war es nicht sonderlich warm und bewölkt, somit war der Tag ein wenig für den Arsch.

Da wir am Montagabend aber wieder im Mojito waren und es diesmal richtig gut war, kam uns das anfangs doch ganz recht. Wir haben uns also nach einem kurzen Einkauf noch mal hingelegt. Irgendwann ist uns das dann aber auch zu blöd geworden (schließlich wollten wir nicht wie ca. 65% des Camps den Tag damit verbringen, Die Hard 1-4 nacheinander zu schauen) und wir sind ein Stück am Strand Joggen gegangen. Da konnte man dann auch sehen, warum wir nicht ins Wasser sollten. Stellt euch vor, dass hier eine ziemlich hohe Düne ist, ungefähr 60 Meter vom eigentlichen Meer weg. Gestern war die Düne nass. Dann gab es lecker Abendessen: Spaghetti Bolognese. Das war dann auch der Höhepunkt des Dienstags. Nachher haben wir dann noch ein bisschen Beachvolleyball gespielt, bis es dunkel wurde und anschließend ein wenig getrunken. Früh gings dann irgendwann ins Bett.

Tag 8 Teil 1 – „Kotzen“

Für heute hatten wir uns viel vorgenommen. Da ein Ausflug nach San Sebastian ansteht, an dem wir nicht teilnehmen werden – zumindest nicht in dieser Woche – haben wir uns schön überlegt, nach unserem Surfkurs noch mit dem Brett am Strand zu bleiben und auf eigene Faust weiterzumachen. Allerdings sind die Wellen leider immer noch größer als unser bisheriges Können, und die rote Flagge hängt momentan auch noch. Deshalb haben wir vorhin mit Brandi ein kleines Beachturnier mitgespielt und gewonnen. Nun wissen wir grad nicht so richtig, was wir machen sollen. Wir hoffen auf kleinere Wellen und haben sogar unser Zelt aufgeräumt, als uns nichts anderes mehr eingefallen ist.

Aber wir bleiben optimistisch. Immerhin war von Anfang an klar, dass es solche Tage geben wird, und morgen soll das auch schon wieder ganz anders aussehen. Unsere ausgefallenen Kurse werden ja eh auch nachgeholt.

Die Stimmung im Camp ist ziemlich gut. Einige genießen sicher die freie Zeit, um weiter ihre Wunden zu lecken, sprich Muskelkater loswerden. Wir müssen mal schauen, was nun heute noch geht. Sonst wird es halt morgen besser.

Flo

Tag 8 Teil 2 – Life is a beach

Uns juckte das Fell und wir haben etwas dagegen getan: surfen. Gegen zwei Uhr zog es überraschend auf, das Wetter und die Wellen besserten sich und aus der roten Flagge wurde eine gelbe, welche grünes Licht für uns bedeutete. Wir schnappten also Brett und Neoprenanzug und gingen zum Surfen an den Strand. Dort angekommen ließen wir sämtliche Sachen fallen und stürzten uns in Wasser um die ersten Wellen anzupaddeln und zu surfen. Als sich dann endlich die Sonne einen Weg durch die Wolken gebahnt hatte, war unser Glück perfekt. Nach etwas mehr als einer Stunde sind wir zurück zum Camp gegangen, waren jetzt duschen und Neos ausspülen und werden dann gleich wieder Eisessen und Bloggen gehen.

Danach erwartet uns dann noch unser Küchendienst, mit Salatschnippeln und Abwaschen. Das wird ein Spaß, ni.

Grüße aus Frankreich,

Schnei

Montag, 18. August 2008

Tag 6 – „Du bist so ne Pussy Alter!“ – „Auf jeden Fall Mann“

Sechster Tag des Trips und zweiter Tag im Surfcamp. Bis jetzt können wir sagen, dass es eine überaus beschissene Idee war, zusammen, auf dieser Route und überhaupt in den Urlaub zu fahren. Hehe.

Momentan sind hier ungefähr 30 Grad, Wolken sieht man nur ganz weit weg, wenn man seine Augen anstrengt (aber wer möchte sich schon anstrengen, ist schließlich Urlaub) und der Atlantik hat angenehme 23 Grad. Wind ist auch ordentlich, also sind auch hohe Wellen. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Wellen zu den Zeiten, zu denen wir meist im Wasser sind, in viel zu hohen Kadenzen kommen. So ist es relativ schwer und anstrengend, überhaupt erstmal weit genug herauszukommen und dann eine gute Welle zu erwischen.

Schnei hat ja gestern schon geschrieben, dass wir unsere ersten Aufstehversuche gewagt hatten. Nachmittags waren die ja dann eh Programm, wobei Schnei sich da auch deutlich geschickter angestellt hat als ich. Anscheinend hat so ein kaputtes Knie und ne weiche Birne auch manchmal was Gutes. Heute hats ihn aber dafür einige Male ordentlich durchgespült, und so sind wir vom Leistungsstand wieder ungefähr gleichauf. Auch gelingt es uns jetzt schon viel besser, die Wellen richtig anzupaddeln. Wir haben also durchaus unsere Erfolgserlebnisse.

Das kann man vom Rest der Gruppe nicht gerade behaupten. Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass das alles Mädels sind, sie sind einfach unsportlich und stellen sich auch dementsprechend „dabsch“ an. Kleines Beispiel: Armkreisen vorwärts beim Laufen – gaaaanz schwer. So sind aber alle ganz nett. Es gibt zwar einige, die wahrscheinlich das Wort „Ossi“ gern benutzen, andererseits aber den Term „dämliche Ignoranz“ nicht mal buchstabieren könnten. Aber solange das auf einer lustigen Basis abläuft, geht’s doch.

Brandi steht grad neben mir. Er war heute einkaufen…vor allem Bier. Gestern waren die Campreserven alle. Das ist hier so was wie ein Super-GAU. Dass es abends trotzdem so lustig zuging, lag daran, dass wir uns alle beim „Never Ever“-Spielen besser kennen gelernt haben. Auch so konnte man einige sehr interessante Fakten über das andere Geschlecht herausfinden. Wusstet ihr, dass auch Frauen im Schlaf einen Orgasmus bekommen können?

Nachher sind wir noch ins Mojito gegangen. Das scheint hier DIE Bar zu sein. Gestern war allerdings nix los da, aber das soll sich wohl noch ändern. Wir werden diesen Namen also noch öfter benutzen. Schnei ist dann so gegen 1 ins Bett, ich hab noch mit Pascal, unserem Schweizer Koch, 3 Folgen Family Guy gesehen…und Schwester: Betrunken ist das noch viel lustiger, vor allem oder auch wenn man wie ich die Folgen schon auswendig kennt.

Jetzt sitzen wir gerade im großen offenen Essenszelt. Fotos haben wir jetzt leider keine geschossen, außer ich finde schnell die Cam, während Schnei sich den Eintrag noch durchliest…

Okay, also wir haben doch noch ein paar Bilder gemacht. Das erste ist noch von gestern und zeigt den Linienbus hier…ziemlich schick.

Das nächste ist unsere Bierecke. Wir heben die Flaschen (0,25cl) auf, um nachher eine schicke Pyramide zu bauen.

Dann seht ihr noch Brandi und Yamir, den Gründer von WaveXperience.

Sonntag, 17. August 2008

Tag 5 Teil 2 - Wo bin ich? Ach hier ist oben!

Heute ging es endlich los - wir durften ins Wasser planschen gehen! Nach einer kurzen Erwärmung mit Dehnung durch Assistenzcoach Manu erklärte uns Yamir, der Inhaber das Camps, einige Sachen übers Surfen. Dann durften wir raus und die ersten Wellen unseres Lebens anpaddeln. Das funktionierte auch überraschend gut. Danach sollten wir wie ein Adler auf dem Brett liegen, Arme weit von uns spreizen und dadurch das Brett unter uns lenken. Hat auch sofort funktioniert, also wurde uns schon in der ersten Einheit langweilig.
Jeder kann sich denken, dass wir als Nicht-Körper-Spastiker auf dumme Gedanken kommen und anfangen rumzublödeln. Wir ließen es uns nicht nehmen mit den ersten Aufstehversuchen zu beginnen. Das ein oder andere Mal klappte auch das schon ganz gut, sodass es danach ein kleineres Lob aus dem Mund unseres Coaches Martin gab, dem auch gleich die Zurechtweisung "Nächste Stunde arbeiten wir an der Technik" folgte.
Nach einer Stunde Pause und einem Baguette ging es wieder an den Strand zum Surfen und dem richtigen Aufstehen lernen. Da die Flut wieder begann, wurden auch die Frequenz der Wellen sowie deren Höhe größer. Der Spaß bzw. die Erfolgsquote sanken. Nichtsdestotrotz gab es den ein oder anderen kleinen Ritt einer Welle. Das lässt hoffen. Danach noch kurz die Brtter heimgeschleppt und seit dem wird abgehangen.
Zur Zeit sitzen Flo und ich auf der Terrasse einer Pizzeria, wo es Eis und eine kleine Cola gibt. Natürlich bei Sonnenschein - wie ist das Wetter zu Hause so? Wir haben gehört das soll nicht so gut sein? ;-)

Was mir gerade noch einfällt, aber nicht so recht zum Thema passt ist, dass die Geschlechterverteilung im Camp ziemlich fair und innerhalb unserer Surfgruppe außerordentlich gut ist :-) Was wiederum hoffen lässt.

Bezug zur Überschrift: Wir wurden gestern und heute schon das ein oder andere mal ordentlich "gewaschen".

Liebe Grüße nach Deutschland,
Schnei.

PS: Wir finden, wir haben nen ziemliches scheiss Leben, oder?
Tag 4 – Ich bin in Limoges, holt mich hier raus! (Flo)

Um es gleich mal klarzustellen: Bis jetzt war keiner von uns beiden mal richtig betrunken. Trotzdem stimmt es, dass Schnei gestern Abend fahren musste. Eigentlich wollten wir uns in Limoges Downtown nämlich mal in einen Club mit dem poetischen Namen „Le Lady’s Night“ begeben. Offensichtlich darf man in französischen Clubs keine Jeans tragen, oder zumindest sind die nicht gern gesehen – stand zumindest auf einem Schild am Eingang. Als eine halbe Stunde nach Cluböffnung erst 4 Leute, die noch dazu alle Ü30 waren, den Club betreten hatten, haben wirs auch gelassen und sind zurück zu unserem wirklich sehr schönen Campingplatz gefahren.

Heute Morgen haben wir dann den Vorteil des Pariser Steinbodens gegenüber einer Wiese kennen lernen müssen. Da sammelt sich nämlich nicht so viel Tau und nässt das Zelt. Nichtsdestotrotz haben wir alles schnell abgebaut und sind wieder aufgebrochen. So, und jetzt kommt der Bezug zur Überschrift: Wir sind bestimmt eine halbe Stunde durch die Innenstadt gegurkt, um unsere Rue nationale 141 zu finden. Dort rollt aber alles ganz gut. Gerade eben haben wir eine Pause gemacht und uns lecker Brötchen besorgt. Schnei ist jetzt ein großer Fan von pains au chocolat. Gerade eben hat er 5 Stück davon verdrückt. Und jetzt will er die 500g-M&M-Packung aufmachen.

Was uns noch aufgefallen ist, sind die toten Tiere am Straßenrand. Falls jemand schon mal dort war: man kann es ungefähr mit dem Inland von Mallorca vergleichen. Dabei fahren die Franzosen gar nicht so schnell, dass man sich das irgendwie erklären könnte. Überhaupt sehen wir eigentlich nur französische und ab und zu mal belgische Autos. Keine Deutschen, Holländer oder Italiener weit und breit, obwohl die Gegend eigentlich schön ist und vor allem Familien zum Urlaub machen einlädt. Was auch krass ist, sind die total unterschiedlichen Benzinpreise von Tankstelle zu Tankstelle. In Limoges standen 2 Tankstellen im Abstand von vielleicht 700m mit 8 Cent Preisunterschied. Auch schwanken die Preisunterschiede zwischen Super und Normalbenzin von 0,5 bis 7 Cent. Bis jetzt haben wir aber immer Glück gehabt und für unterdeutsche Preise tanken können.

Momentan quält sich unsere N141 durch einen Ort mit jeder Menge Ampeln. Die gut ausgebauten Straßen von gestern vermissen wir schon ein wenig.

Tag 4 Teil 2 – Wo sind eigentlich die Wellen? (Schnei)


Flo hat ja bei den schlechten Straßen aufgehört, diese waren spätestens 5Min nach dem Schreiben Geschichte. Wir befanden uns wieder einmal auf Landstraße die viel mehr einer sächsischen Autobahn glichen, bis auf das Tempo. 110 nerven ab einer gewissen Stelle. Aber wenn man dann ein Opel Corsa mit zwei hübschen Ladys sieht, dann fährt man gern auch mal 110. Hat Spaß gemacht. Als dann „Vieux Boucaux“ am Straßenrand auftauchte, änderte sich unsere Stimmung schlagartig. Eine Stunde später haben wir das Camp gefunden.

Angekommen, ausgepackt, Badehose an und ab an den Strand, aber wie kommen wir dahin? Strand gefunden – aber wo sind die Wellen? Das sind doch keine Wellen, dachten wir. Dreimal rausgeschwommen, zweimal wieder zurück, und mehrmals ordentlich durchgespült worden – geil! Das lässt hoffen.

Zur Zeit sitzen wir grade mit Brandi alias Robert B. aus DD vor unserem Zelt und trinken eine kleine Cola J. Brandi, sieht son bisschen fertig aus, Haare schneiden müsste er mal wieder, er ist umgeknickt und bestellt grade noch ne kleine Cola.

Tag 5 – Seh ich nicht geil aus?

Guten Morgen Surfergemeinde! Nachdem wir gestern also unser Zelt bezogen hatten (Sand wird ein Problem darstellen), gab es lecker Abendessen: Nudeln mit scharf angebratener Salami und Apfelmus. Lecker! Anschließend gingen wir wieder zu unserer Lieblingsbeschäftigung über (ratet…) bevor es später am Abend eine Vorstellungsrunde mit Bowle gab. Da wir heute doch schon relativ zeitig raus mussten, haben wir uns da eher zurückgehalten man muss ja nicht gleich am Anfang unangenehm auffallen. Jedenfalls haben wir uns dann gegen Mitternacht auf unsere gemütlichen Liegen zurückgezogen und sind auch ziemlich schnell eingeratzt.

Bis uns heute Morgen um 8 der direkt hinter unserem Zelt parkende Campbus geweckt hat. Da wir sowieso um die Zeit aufstehen wollten, war das kein größeres Problem. Dann gabs lecker Frühstück und anschließend Wetsuit-Anprobe. Geil wie wir sind hat uns natürlich beiden eine XXS gepasst. Oder vielleicht doch nicht ganz. Jetzt wissen wir grad nicht genau, wann unser Kurs beginnt, aber wir sind da ganz optimistisch, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein werden.

Gestern Abend gab es ein paar kurze Schauer, aber ansonsten ist das Wetter ganz nett und auch relativ warm. In der Hinsicht gibt’s also keine Sorgen. Schnei könnte jetzt langsam mal so richtig munter werden…keine Ahnung warum der so durchhängt hier. Aber beim ersten Wasserkontakt wird das sicher besser.



Und als Nachschlag:


Freitag, 15. August 2008

Tag 2 – Flö et Stéphan à Paris

Guten Tag die Damen, Guten Tag die Herren, ich sitz’ gerade auf dem Beifahrersitz während Flo hier mit 130 über die Autobahn rast, muss man schon sagen. Aber zuerst wollt ich die Ereignisse des gestrigen Tags schildern.

Als die Squash-Master ihren Abschluss fanden haben wir uns wieder in Bewegung gesetzt um am Abend in der Stadt der Liebe anzukommen. Unsere Strecke Ofterdingen – Paris (ca. 680km) führte uns an der ein oder anderen Kuriosität vorbei. Unterwegs trafen wir z.B. auf einen LKW mit Streifenwagen der deutschen Gesetzeshüter, und nein, wir haben den LKW nicht gerammt.

In Frankreich fiel uns dann noch eine französische Familie auf, die anscheinend einen Dachgepäckträger zu wenig hatte.

In einigen Belangen sind uns die Franzosen voraus: deren Notruftelefone an der AB sind solarbetrieben, aber dafür richten sie extra einen Radiosender extra für jeden AB-Abschnitt ein, super macht ihr das, weiter so, ich hab auch alles verstanden, aber dafür kündigt ihr ja freundlicher Weise die Blitzer und Radarfallen an! (Anm. d. Red.) Ich habe mich dann gestern noch mit den Automaten der Maut angefreundet: erst zu weit weg gestanden zum Ticket ziehen, beim Bezahlen die Kreditkarte zweimal falsch reingesteckt und ganz am Ende die Quittung vergessen. Die dazugehörige Matz findet ihr hier:

Die Suche nachdem Zeltplatz gestaltet sich auf Grund guter Vorbereitungen sehr viel leichter als das Versenken der Heringe im Steinboden. Während der Anmeldung wurde unser Auto von einem freundlichen Italiener samt Wohnwagen zu geparkt, wieder eine halbe Stunde verloren. Und alles bloß, weil ihr im Viertelfinale ausgeschieden seid.

Als wir auch diese Hürde genommen haben, konnten wir uns Aufraffen um uns geschniegelt und geputzt in die Horde derer einzureihen, die in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Sehenswürdigkeiten besichtigen wollten. Das eigentliche Ziel am Abend, einen guten Club zum Feiern zu finden haben wir nur knapp verpasst. Dafür haben wir aber viele verliebte Blicke von Männern der etwas anderen Art ernten können, die es wie außergewöhnliche Fetische (?), z.B. SM-Spanking, zuhauf in Paris gibt.

Auch die Taktik „Ey, wir folgen solange den hübschen Mädels bis die in einen guten Club gehen“ brachte keinerlei Erfolg. Deshalb versackten wir in einem Pub um ein Bier zu trinken, 6,50€ für 0,5l, und fuhren, wie so einige andere Male auch, mit der Metro wieder zum Porte de Maillot zurück – Metrofahren est trés bien et trés urban, comme au cinéma (Anm. d. Red.). Ach ja: den Eifelturm, das Centre Pompidou, die Seine und Notre Dame. Der ein oder andre kennt vielleicht die Polizeipräsenz in und um Dresden, wenn Dynamo spielt, ganz so schlimm ist es in Paris zwar nicht, aber ähnlich. Ich bin schon ganz schön erschrocken, als die 3er-Streife mit dem G36(Erkl.: automatische große Schießpistole) hinter mir stand. Die Streifenwagen sind auch mit mehr als drei Personen besetzt, manchmal auch mit Kindern <14jahren,>

Tag 3 – du BIERst Deutschland

Nach einer erholsamen Nacht im Zelt - exklusive Sarkasmus - , 20m entfernt von einer Umgehungsstraße begann der Tag heute mit Autopacken und Abmeldung an der Rezeption. Das was gestern der eine Italiener war, war heute ein anderer, der sich dann auch gleich noch lautstark vor dem Verlassen des Campingplatzes mit einem Landsmann anlegte.

Der Plan sah wie folgt aus: Tanken, einkaufen, kurz was frühstücken und dann auf nach Limoges. Die Etappe umfasst ca. 400km. Die Realität sieht aber etwas anders. An einer Rue de National fanden wir ein „Carrefour“ – welches einem Bugacenter ähnlich kommt. Da gab’s dann auch gleich eine Tankstelle – passte also perfekt in den Plan – denkste. Unsere Kreditkarte wurde am Automaten nicht genommen, das Tanken fiel flach. Beim Carrefour „Fermeture exceptionelle le vendredi 15 août“ Gewinnspiel: Jeder darf mal raten und uns seine persönliche Übersetzung in den Kommentar schreiben, als Belohnung gibt’s das nächste Mal ein Extravideo.

Als wir weiter unserem geplanten Weg folgten, gelangten wir an eine Tankstelle, wo uns ein Bäcker empfohlen wurde. Dieser befand sich in einem kleinen Nachbardörfchen, in das wahrscheinlich alle 10 Jahre, mal ein Touri kommt. Eine der drei französischen Backwarenfachverkäuferinnen beeindruckte uns in dem Maße, dass wir beschlossen haben, ein Ranking zur schönsten französischen Backwarenfachverkäuferin zu führen. Wer mögliche Kriterien zur Benotung besteuern möchte, kann dies gern in den Kommentaren tun.

Einige 100 Kilometer entfernt lag Orléans, wo wir endlich ein weiteres und ein auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenes Carrefour fanden. Ergebnisse waren ein gemütlicher Toilettengang, mit dem wir den Fetisch der Pariser neben dem Pinkeln auch andere Sachen im Stehen zu verrichten zu müssen, umgingen und unserem Gepäck ein kleines Upgrade lieferten:

Noch schwerer als vorher ging es weiter Richtung Limoges. Unsere heutige Unterkunft ist, wie sollte es anders sein, wieder ein Zeltplatz. Aber diesmal etwas fortschritlicher als der letzte. Er liegt nicht neben einer Straße, obwohl, die Autobahn zu hören ist, ein See ist gleich um die Ecke und eine Kinderspielecke für Flo gibt es auch! Ach ja: W-Lan heist hier WiFi 3Com und steigert unser Wohlbefinden um mehr als das Doppelte. Heute Abend geht’s noch mit dem Auto in die Innenstadt, Bus fährt leider keiner. Warum wisst ihr wahrscheinlich eh alle schon, weil ihr ja heiß auf das Extravideo seid, das wir vorhin versprochen haben.


Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, Liebe Grüße nach Dresden, Freital, Kleinopitz und den Rest der Welt,

schnei

PS: Flo ist zu, ich muss also fahren.

Donnerstag, 14. August 2008

Die erste Etappe

So, wir sind nun gut gestärkt nach einem Frühstück in Ofterdingen und machen uns heute auf den Weg nach Paris, die Stadt der Liebe, des guten Weins und der spärlich bekleideten Frauen.
Gestern haben wir uns in Leonberg umgesehen, offensichtlich eine alte Römerstadt mit einem sehr schönen Marktplatz und einem netten Irish Pub. Das Essen dort war gut und reichlich. Leider gehörte die Bedienung nicht zu den schnellsten, aber sie hat das dadurch wett gemacht, dass sie uns jedem eine ganze Packung Bierdeckel geschenkt hat. Was müssen Schneis Bekannte wohl gedacht haben? "Jaja, die Ossis. Das erste Mal im Leben einen Bierdeckel gesehen. Damit sind sie jetzt die reichsten Leute in der ganzen Zone."
Danach sind wir auf Tankreserve gerade noch bis Ofterdingen gekommen. Dort ging es dann auch recht schnell in die Heia, sodass wir heute morgen frisch gestärkt die regionalen Meisterschaften der Masters im Squash live miterleben durften. Genauer genommen war es nur ein Teil des seit 1995 dauernden 1000-Sätze-Matchs. Bereits jetzt liegt Markus jedoch mit 70 Sätzen hinten.

Man merkt, dass der Anteil am BSP in diesem Teil Deutschlands doch deutlich höher ist, als bei uns. Jede Menge schicke Autos, nette Häuser...nur hübsche Mädels haben wir jetzt noch nicht so viele gesehen. Aber deswegen fahren wir ja jetzt auch gleich weiter.

Dienstag, 12. August 2008

Die Ruhe vor dem Sturm

Morgen Mittag gehts also los...die erste Etappe bringt uns direkt in ein Krisengebiet wie es scheint, aber wir haben vorsichtshalber unsere Schwimmärmel eingepackt. Überhaupt...Packen fetzt gar nicht. Zumal wir ja auch an ziemlich viele verschiedene Dinge denken müssen angesichts unserer diversen Aktivitäten. Deshalb hab ich mal ein Foto geschossen, das wohl relativ deutlich die Skurilität unseres Urlaubs wiedergibt:

Ansonsten ist die Vorfreude natürlich riesengroß. Wir haben beide noch nie sowas in der Art gemacht und hoffen einfach mal, dass alles glatt geht. Und dass wir beim Packen nichts vergessen...