Donnerstag, 11. September 2008

Tag 23 – „Bist du behindert?“

Servus aus Österreich, liebe Fangemeinde!

Heute haben wir unsere vorletzte Etappe absolviert und sind aus unserem gestrigen Stop nach Mayrhofen gefahren. Das liegt im Zillertal und stellt gleichzeitig den Eingang zum Tuxertal dar, welches für uns momentan sehr interessant ist, da an dessen Ende der nach unseren Informationen momentan einzige geöffnete Gletscher Österreichs liegt: Hintertux.

Morgen wollen wir nämlich zum Abschluss unseres Kurzurlaubs Snowboarden gehen. Die Bedingungen auf dem Berg scheinen stabil zu sein. Temperaturen knapp über Null, ausreichend Schnee auf den offenen 13 Pistenkilometern. Wir waren beide noch nie im Sommer Boarden, alleine deshalb ist es ein Erlebnis.

Nachdem gestern Abend wie Schnei ja schon geschrieben hat ein heftiger Regen einsetzte, hatten wir ziemlich Schiss, das Zelt heute Morgen im Regen abbauen zu müssen. Glücklicherweise hat es irgendwann in der Nacht dann doch aufgehört zu regnen, sodass wir gegen 8 erst das Zelt abgebaut und dann auf der Wiese gefrühstückt haben. Als wir um 9 losgefahren sind, fing es dann wieder an, zu regnen. Wir hatten also großes Glück.

Auf unserer Fahrt sind wir in einem sehr stylischen McDonald’s in Imst vorbeigekommen. Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten, außer vielleicht, dass die Österreicher mit ihrer Tunnelmaut echt spinnen.

In Mayrhofen angekommen sind wir sofort zur Touristeninformation gefahren, um uns ein Quartier auszusuchen. Dabei hatten wir genau 3 Kriterien: 2 Nächte mit Frühstück, Internet, studentenfreundliche Preise. Die Dame hat auch schnell etwas für uns gefunden, und so sind wir in das Haus Panorama gefahren. Die Besitzer, zwei alte Leute, waren auch sehr nett, aber Internet gabs natürlich nicht. Wir hatten uns dann im Zimmer schon so einigermaßen eingerichtet und wollten gerade in Richtung Erlebnisbad aufbrechen, als herauskam, dass wir verwechselt worden waren und unser Zimmer eigentlich für jemand anders vorgesehen war. Unsere Gastgeberin für eine Stunde hat sich freundlicherweise um ein anderes Quartier für uns gekümmert, das auf derselben Straße 300m weiter oben liegt und am Ende sogar noch schöner ist. Als Wiedergutmachung gabs noch einen doppelten Obstler für den Weg. Internet gibt’s jetzt hier leider auch nicht, dafür aber Unmengen WLANs in der Umgebung. Vielleicht kommen wir ja irgendwie da rein.

Dann sind wir jedenfalls in das Erlebnisbad aufgebrochen. Dort gibt es 2 Rutschen, die immer abwechselnd geöffnet sind: eine Reifenrutsche und eine normale, die „nur für geübte Sportler“ geeignet sein soll…ist klar. Sonst gibt es in dem Bad nicht viel. Uns hatte es vor allem die Reifenrutsche angetan. Die verfügt über 3 Hindernisse, von denen das erste ein absoluter Killer ist, an dem eigentlich nur die Kinder vorbeikommen, ohne vom Reifen zu fallen. Leider sind die Rutschen immer nur kurz angeschaltet, aber wir sind dann einfach in einem der Hindernisse geblieben und haben uns vor den Überwachungskameras versteckt. Zumindest solange, bis wir lauthals die Radiolieder mitgegrölt haben. Dann sind wir leider entdeckt worden. Schnei hat dann am Babybecken ein bisschen mit dem ausliegenden Spielzeug gespielt, was zwei einheimische 13-jährige Gören zu o.g. Frage veranlasste.

Nach dem Baden sind wir erstmal durch halb Mayrhofen gelaufen, um eine Pizzeria zu finden, in der ich vor ein paar Jahren schon einmal war. Irgendwann sind wir dort auch angekommen, und es hat sich echt gelohnt. Es ist wirklich alles sehr stylisch eingerichtet, und die leckeren Pizzen, bei deren Zubereitung man zusehen konnte, krönten wir mit Eisbechern mit poetischen Namen wie „Erdbeerkuss“ und „Chocolate BOOM“.

Das gute und reichliche Essen hat sicherlich seinen Teil dazu beigetragen, dass Schnei jetzt schon weggeratzt ist. Wir schlafen zur Abwechslung mal wieder in einem richtigen Bett, und diesmal auch nicht mit x anderen im Zimmer.

Bilder haben wir bis jetzt keine gemacht, aber da wir eh noch nichts hochladen können, ist das auch halb so wild.

Morgen geht’s auf den Gletscher, deshalb mach ich jetzt Schluss. Lasst es euch alle gut gehen zu Hause, in 2 Tagen sind wir wieder da.

Mittwoch, 3. September 2008

Tag 22 – „Wieso quatsch mich kein Weib an – ich hab ein WaveXperience-Shirt an, Mann!“

Guten Morgen liebe Blogleser,

um die erste und gleichzeitig wichtigste Information vorweg zu nehmen: wir sitzen gerade in einem Gemeinschaftsraum auf einem Zeltplatz, weil es regnet. Ja, es regnet mal bei uns im Urlaub. Aber das ist nach 21 Tagen Sonne und Hitze nicht weiter schlimm.

Heute werden wir euch im Blog ein paar Bilder unseres heutigen Stadtrundgangs zeigen, damit ihr weiter raten könnt, wo wir uns zur Zeit aufhalten. Gestern kam der Vorschlag, dass wir in Turin wären, ist aber leider falsch.

Also wir sind heute nach einer langen und erholsamen Nacht gegen 9 Uhr aufgestanden, haben kurz gefrühstückt und sind dann in die Stadt gefahren. Dazu hier der erste Hinweis:

Nach dem ihr jetzt die grobe Gegend wisst, oder eben auch nicht gibt es hier noch ein Bild vom örtlichen Altenheim, dass wir mehr wegen dem dezenten Hinweis hineinstellen werden.

Was wir aber mal sagen müssen: ******* hat eine hammer geile Altstadt – nahe zu so gut wie die Dresdner, aber nicht ganz. Hier gibt’s ein paar Impressionen:



Ich denke, dass die Brains unter euch schon die Stadt kennen und schon längst den Kommentar schreiben und schreien „Ihr seid in ******“ wer es noch nicht weiß, dem sei gesagt, dass wir uns in einer Universitätsstadt befinden. Wir haben uns mal das ein oder andere Gebäude angeschaut und wollten eigentlich in der Mensa zu Mittag speisen, haben sie aber nicht gefunden.



Statt der Mensa haben wir aber 4 McDonalds in der Altstadt und am Hauptbahnhof gefunden. Der Bahnhof zählt laut Wikipedia auch zu einer Sehenswürdigkeit der Stadt. Hier ein paar Eindrücke:

Als wir dann wieder unzählige Kalorien zu uns genommen hatten, mussten wir diese endlich wieder loswerden und sind deshalb in den Hochseilgarten ******’s gefahren. Dort angekommen mussten wir einen theoretischen Test absolvieren, bei dem wir ziemlich ins Grübeln kamen.

Danach durften wir dann, bzw. ich die einzelnen Wichtigkeiten üben und vormachen.

Dann aber ging’s los und wir wurden in die Wildnis freigelassen. Erst bin vorgegangen um Flo die Angst zunehmen. Er wurde dann aber ziemlich schnell übermütig und ich bin hinterher gehechtet und hab ab und zu Fotos und Videos schießen können/dürfen. Natürlich wie immer halsbrecherischer und extremer denn je.




Danach sind wir noch kurz durch Stadt gefahren um die letzten Fertiggerichte zu kaufen, Bier haben wir diesmal vergessen, aber das ist uns gerade herzlich egal. Denn wir haben Westfernsehen ^^

Flo ist gerade nicht da, es ist also der beste Zeitpunkt schlimme Sachen über ihn zu erzählen – was ich mich wirklich frage ist: kommt vom Flo hier wirklich so ein schlechter Eindruck rüber, dass man meinen könnte er sei „ein wirklich schlimmer Finger“? Bin ich anders?

Lg aus ******

Schnei

PS: Einen Fluss hat die Stadt auch. Wir haben aber keine Ahnung wie der heißt.




Dienstag, 2. September 2008

Tag 20 und 21 – 10 Wege, um gefilzt zu werden

Liebe Blogleser,

nachdem wir gestern nichts von uns hören lassen haben, sind wir heute wieder am Ball. Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, sind wir ja gestern Morgen aus unserem wunderschönen Hostel in Barcelona in Richtung Montpellier aufgebrochen. Ein Tipp: Fahrt nie mit eurem Auto nach Barca. Die Ausschilderung ist absolut bescheiden. Sogar die Autobahnzubringer verfügen nur sehr spärlich über Hinweisschilder. Jedenfalls haben wir dann nach ungefähr einer Stunde endlich unseren Weg aus der Stadt herausgefunden und den östlichen Pryenäenrand durchquert. Die ganze Zeit über war sehr schönes Wetter, und so waren wir auch ganz froh, dass unsere gestrige Etappe nur 350 Kilometer lang sein sollte und wir noch ein bisschen Zeit am Mittelmeer verbringen konnten. Unser Zeltplatz in Palavas les Flots lag direkt am Meer und hatte einen Privatstrand. Auch preislich war er ganz okay, dafür war der Boden zum Campen aber eher ungeeignet. Unser vorher aufgebautes Zelt fanden wir nach 2 Stunden Baden und Schlafen am Strand wieder eingestürzt vor.

Das Mittelmeer wird in dieser Gegend von Windsurfern bevölkert. Wellentechnisch war es aber nix, was uns leicht melancholisch werden ließ. Ein weiterer Nachteil des glatten Wassers und der abgegrenzten Badebuchten ist, dass Mücken sich dort prächtig entwickeln können. Im Zelt hatten wir zum Glück keine, aber am nächsten Morgen haben wir bestimmt 20 im Auto gefangen.

Heute sind wir das erste Mal richtig pünktlich losgefahren: 10Uhr gings weiter. Wir haben unsere ursprüngliche Absicht, über Nizza nach Mailand zu fahren, aufgegeben und uns ein anderes Ziel gesucht. Welches das ist, werdet ihr morgen erraten dürfen, wenn ich meine Cam wieder gefunden habe und Bilder machen kann.

Der schnellste Weg, diese in unserem wüsten Gepäck zu finden, wäre sicherlich gewesen, gefilzt zu werden. Schon auf der Hinfahrt haben wir uns angesichts unserer Gepäckmenge überlegt, dass es sicher ganz witzig wäre, von der Drogenfahndung durchsucht zu werden. Gestern, beim Kaufen von 10 Pains au chocolat und der anschließenden Fressorgie haben wir uns eine Hitliste der besten Wege, durchsucht zu werden, überlegt:

10. Scheiße aussehen.

9. Sonnenbrille tragen und wegdrehen.

8. Ein grünes Hanfblatt auf dem Auto haben.

7. Kurz vor dem Zollposten aus dem Auto springen und wegrennen.

6. Die Bong zwischen die Knie klemmen.

5. Bei der Ausweiskontrolle einen Geldschein hinhalten.

4. Rückwärts in die Kontrolle fahren und den Beamten bitten, das Geräusch einer Einparkhilfe nachzuahmen.

3. Während der Kontrolle den Beifahrer fragen, seit wann lila Kühe sprechen können.

2. Den italienischen Grenzbeamten mit französischen Pains au chocolat bewerfen.

1. Den Grenzbeamten fragen, wie viel Gramm man einführen darf.

Leider hatten wir keine Gelegenheit, unsere Ideen auch zu verwirklichen, da niemand unsere Ausweise sehen wollte (bzw. das Geräusch nachahmen wollte).

Landschaftlich sind wir heute durch eine der schönsten Gegenden Frankreichs gefahren. Da wir aber nicht zu viel über unsere Route verraten wollen, können wir noch nicht mehr dazu sagen. Ihr könnt ja trotzdem schon mal raten.

Wir haben die Kamera jetzt wiedergefunden. Erste Bilder von unserem schönen Campingplatz und ein erstes Hinweisbild auf unseren Aufenthaltsort. Kleiner Tip: der Ort liegt ungefähr 550 Meter über dem Meeresspiegel...





Nachtrag zu vorgestern:

Sonntag, 31. August 2008

Tag 19 – „Ein richtiges Bett, Alter!“

Liebe Fangemeinde,

wir sitzen gerade in unserem INOUT Hostel in Barcelona und haben soeben jeder einen Fisch mit Nudeln für 6 Euro gegessen. Das Hostel ist echt ein Traum. Eine riesige, ruhig am Berg gelegene Anlage mitten im Wald, ein kurzer Weg zur Metro, eine Bar, die wir heute Abend vielleicht noch antesten werden und super bequeme Sofas. Dazu sehr freundliches Personal und tägliche Zimmerkomplettreinigung. Preis? 13 Euro pro Nacht. Auch über die Internetgeschwindigkeit sind wir durchaus erfreut:

Gestern Abend sind wir entgegen unserer Vorsätze doch noch mal in die Stadt gefahren und haben uns mit Cecilie getroffen.

Cecilie kommt ursprünglich aus Dänemark und lebt seit einem halben Jahr in Spanien. Vor einem Monat ist sie nach Barcelona gezogen und wird noch ein Jahr hier bleiben. Mit ihr und zwei ihrer Freundinnen haben wir uns ein Flamenco-Festival angesehen und sind nachher ein bisschen durch die Altstadt gelaufen. Irgendwann ging es uns beiden dann aber nicht mehr wirklich gut, und da wir heute eine Menge vorhatten, sind wir halb 2 wieder zurück gefahren.

So leicht das Hostel mit der Metro zu erreichen ist, so schwer haben wir uns gestern mit dem Auto getan. Richtungsschilder sind hier spärlich gesät, und Einbahnstraßen gibt es jede Menge. Dazu fahren die Spanier echt wie die Henker. In 24 Stunden haben wir 2 Unfälle gesehen.

Heute Morgen sind wir dann das erste Mal doch mild enttäuscht worden, denn das Frühstück war schon sehr sparsam kalkuliert. Aber Cecilie hat gesagt, dass die Spanier morgens generell wenig essen, und so schlimm war es nun auch wieder nicht. Wir sind dann gegen Mittag ins Stadtzentrum gefahren und haben uns schon mal zu zweit ein wenig umgesehen. Um 1 ist Cecilie dann zu uns gestoßen und hat uns durch Barcelona geführt. Leider wissen wir nicht mehr bei jedem Bild, welche Sehenswürdigkeit sich dahinter verbirgt, aber die merkwürdig aussehenden Gebäude sind alle von Gaudi.

Die Sagrada Familia erkennt ihr ja sowieso alle…

Außerdem waren wir noch am Stadion von FC Barcelona, aber leider konnte man heute nicht reingehen.

Nach 4 Stunden Sightseeing traten dann erste Ermüdungserscheinungen auf, und wir sind wieder mit der Metro Richtung Strand gefahren. In Barcelona ist man doppelt froh, wenn endlich die Metro kommt: An den Stationen ist es wirklich penetrant heiß. Am Strand haben wir dann ein nettes Eiscafé besucht, um den Tag noch ausklingen zu lassen, aber das war gar nicht mal so einfach. Am Ende sind wir in einer bretonischen Crèperie gelandet. Dort war es sehr lecker aber auch ordentlich teuer.











Jetzt sitzen wir wie gesagt gerade im Hostel-Restaurant und werden uns gleich noch einen Film anschauen. Mal sehen, ob wir ein Bild von den Wildschweinen machen können, die anscheinend hier jeden Abend auf der Terrasse vorbeischauen.

Da wir lange kein Video mehr reingestellt haben, gibt’s hier einen 1-minütigen Clip von Schneis Kampf mit dem Zimmerventilator. Wir wissen jetzt auch, warum wir noch nie einen in Betrieb gesehen haben.

Morgen fahren wir weiter in die Nähe von Montpellier nach Palavas am Mittelmeer. Wer weiß, vielleicht können wir auf den mega Wellen im Mittelmeer noch mal surfen gehen.

Grüße nach Hause,


Flo

Tag 18 – „Wetten, wir sehen auf den nächsten 15 Kilometern keinen lebenden Menschen?“

Buenos Dias an unsere Blogleser aus Spanien, genauer von der A2 ungefähr 100 Kilometer vor Barcelona. Nachdem wir unser Ziel, heute gegen 10 in Vieux Boucau loszufahren, nur um knapp 2 Stunden verfehlt haben, sind wir schließlich gen Südosten aufgebrochen. Eigentlich war ja für heute Regen angesagt, der bleibt aber doch aus. Dafür sind 34 Grad Außentemperatur, der wir mit der Klimaanlage gerade so entgehen.

Wir hatten uns im Vorfeld absichtlich dazu entschieden, nicht über die Autobahn zu fahren, sondern eine Straße durch die Pyrenäen zu wählen, um ein bisschen von der Landschaft zu sehen. Und das hat sich gelohnt! Wir waren beide schon oft in den Alpen, aber die Berglandschaft hier ist wirklich einmalig. Eigentlich kann man das auch gar nicht richtig beschreiben, es sind einfach super steile Hänge, Stellen an denen man Erdrutsche erkennen kann, Schnee an geschützten Nordhängen, …es ist beeindruckend gewesen. Leider aber skitechnisch nicht interessant da kaum erschlossen und einfach nicht schneesicher genug. Wir haben einige Bilder aus dem Auto geschossen, die sind aber nicht wirklich gut geworden sind. Schnei hat dann seine Liebe für Serpentinen entdeckt, während ich geschlafen habe.

Wie ihr vielleicht wisst, ist das Benzin in Spanien deutlich billiger als in Frankreich, weshalb wir natürlich erst nach der Grenze tanken wollten. Und wenn schon, denn schon: Ungefähr 30 Kilometer vor der Grenze ging die Reserveleuchte an, Tankstellen erst wieder 8 Kilometer in Spanien. Das war schon nicht ohne, zumal die Strecke auf spanischer Seite durch einen einspurigen Tunnel führte. Aber wie immer bisher haben wir Schwein gehabt und es noch bis zur Tankstelle geschafft. Dann ging es weiter in Richtung Barcelona. Anfangs haben wir noch die Aussicht genossen, aber je weiter wir von den Bergen weg gekommen sind, desto öder wurde die Landschaft. Dort scheinen kaum Menschen zu leben, alles ist staubig, höchste Brandgefahr – wie Trockensavanne halt. Langweilig.

Die Straßen in Spanien sind ähnlich gut wie in Frankreich, und da keine Dörfer im Weg stehen, gehen die auch einfach mal bis zum Horizont nur geradeaus, was zu einem neuen Spiel führte: „Wie weit ist es bis zur nächsten Kurve?“. Ich denke mal Schnei hat das doppelt gut gefallen, nachdem sein letztes Spiel, in dem Kurven eine Rolle spielten, doch ziemlich aus dem Ruder lief (aufmerksame Leser werden wissen, was gemeint ist, alle anderen seien auf Tag 15 verwiesen).

Zu gestern Abend gibt es feiertechnisch nicht allzu viel zu berichten. Es war eher unterdurchschnittlich, und die Bowle war auch ziemlich schnell alle. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass es anscheinend doch ordentlich Konkurrenz zwischen den Surfcamps vor Ort gibt. Gestern haben anscheinend Lehrer eines anderen Camps bei uns ein wenig randaliert, und heute Morgen lag die Flagge noch eines anderen Camps vor unserem Küchenzelt. Whatever, damit beschäftigen wir uns nicht weiter.

Dann mussten wir uns natürlich noch von allen verabschieden. Wir haben echt interessante Leute kennen gelernt und hoffen natürlich, dem einen oder anderen im nächsten Jahr wieder zu begegnen. Denn für uns steht fest, dass wir wieder hinfahren werden. Schade ist, dass wir Timmy nicht noch mal gesehen haben. Timmy, wenn du das liest: Wir lieben dich! Auch wenn du uns vom Schlafen ab hälst. Insider…

In einer Stunde werden wir in unserem Hostel ankommen. Laut Beschreibung liegt es zentrumsnah und ist nur einen kurzen Hike (500 Stufen…) von einer Metrostation entfernt. Na mal schauen. Heute Abend werden wir eher nichts groß unternehmen und uns auch erst morgen mit Cecilie treffen. Ein Abend Pause wird uns sicher gut tun, um endlich vollständig gesund zu werden. Was nicht heißt, dass wir krank sind, aber wie die meisten anderen auch haben wir anfangs unterschätzt, wie kalt die Nächte wirklich sein können.


Flo

Freitag, 29. August 2008

Tag 15 und Tag 16 – Der Tag danach

Ein wirklich böses Erwachen gabs heute für keinen von uns beiden. Außer dass wir kolossal verschlafen haben und dann gerade mal so 20 Minuten Zeit hatten um zu frühstücken und zum Kurs zu gehen, mit Brett.

Das Verschlafen war eigentlich nicht weiter schlimm. Viel schlimmer war der Restalkohol im Körper von gestern Abend. Denn gestern war mal wieder SanSe (San Sebastian) angesagt. Flo hat mich dann mehr oder weniger im Stich gelassen, weil er wegen Unwohlsein nicht mitgekommen ist. Da hat er aber einiges verpasst! Zu allererst war ich dann erstmal gefühlte 4 Stunden mit zwei Mädels shoppen. Als wir dann den Rip Curl – Shop gefunden hatten, ging es dann erstmal richtig los. Ich konnte mich aber sehr gut ablenken und durch das Schauen von Surffilmen und durch Anschmachten der RipCurlfachverkäuferin die Zeit etwas besser totschlagen. Aber wenn ich jetzt hier alle kleinen Details und Unsinnigkeit der weiblichen Shoppingteilnehmerinnen auftischen würde, dann wäre aber morgen der Blog down ^^

Nach dem Shoppen gings dann noch kurz in den Lidl um sich mit Cola für den Abend einzudecken, bevor wir uns auf dem Platz in mitten des ehem. größten Stundenhotels Europas getroffen haben. Von da aus sind wir in Richtung einer Tapasbar gezogen, wo wir dann für 7€ wunderbar gegessen haben. Danach machten wir uns an die Besteigung des Namensgebers. Das hat mir dann auch mehr oder weniger den Hals gebrochen.

Ich denke jeder von euch kennt den Spruch „Bier auf Wein, das lass’ sein“. Ich hab mir dann gestern mal gedacht „Probier mer das ma aus“ – denn beim Abendbrot gabs schon ordentlich Wein, der mir dann auch schon bisschen Flügel gebracht hat. Jedenfalls ging es bei der „Besteigung“ mehr oder weniger wieder einmal um ein Trinkspiel. Wir waren zu dem Zeitpunkt zu sechst unterwegs und haben abgemacht, dass wir aller 10 Stufen ein Schluck unseres Getränkes zu uns nehmen. Als wir dann die ersten Stufen passiert hatten und keine weiteren in Sicht waren, hab ich dann vorgeschlagen, dass wir aller zwei Kurven trinken und die Regel mit den Stufen beibehalten. Den Mädels vom Shoppen, Anja und Teresa, war das aber zu wenig, sodass wir uns auf jede Kurve geeinigt haben. Als wir dann aber zum ersten Mal innerhalb von 5 Schritten die zehnte Stufe und zwei Kurven hatten, hab ich das alles bereut. Jeder der schon mal dort war, weiß wie viel Stufen und Kurven da noch folgen. Als wir wieder in der Stadt waren, haben wir uns mit den anderen am Hafen getroffen bevors ins Tas Tas ging zum Feiern. Auf dem Rückweg von SanSe nach Vieux ist dann Yamir noch mal kurz 50€ für die Reinigung des Busses losgeworden, die er selber verursacht hat. Irgendwie hab ich’s dann ins Bett geschafft und den Rest kennt ihr ja.

Flo hat mir noch vom gestrigen Abend im Camp erzählt. Hier muss es auch ziemlich drunter und drüber gegangen sein. Kristina, einer der Teamerinnen, musste ins Krankenhaus gebracht werden, weil sie eine verschleppte Mittelohrentzündung hat. Danach war dann nur noch eine Teamerin da, die dann auch bisschen den Überblick verloren hat. Das Ende vom Lied ist, dass heute so ziemlich jeder total in den Seilen hängt. Dazu kommt noch, dass wieder mal bisschen mehr als 30° sind und die Sonne ohne Ende prasselt.

Surfen war heute totaler Mist, die Wellen sind unvorteilhaft, die Strömung zu stark, Flo ist heute das erste Mal eine grüne Welle gesurft und das hat ihn ziemlich gepusht. Ansonsten gibt’s echt nichts weiter zu erzählen, schauen wir mal, was der Abend noch so bringt, ist ja schließlich der letzte im Camp an dem wir beide gehörig auf den Putz hauen könnten. Morgen kann das leider nur einer und das ist Flo.

Schnei

Tag 17 – „Flo, hol mir mal ne Cola, da schlaf ich nachher besser“ – „Von Cola bleibst du wach, du Pfosten.“ – „Okay, dann ein Red Bull.“

Obiges Statement hat Herr Schneider gestern Nacht im Mojito abgegeben. Es zeigt auch sehr gut unsere geistige Verfassung gegen 2 Uhr morgens. Auf jeden Fall war es wieder eine sehr lustige Nacht, die diesmal auch eine intensive Beobachtung des Sternenhimmels und das lautstarke Singen in allen möglichen Tonlagen auf dem Weg ins Camp einschloss. Auch die Campingplatz-Security war durchaus erheitert über das merkwürdige Verhalten deutscher Touristen in den frühen Morgenstunden

Heute Morgen dann hat Schnei eindeutig den besseren Start erwischt – will heißen er kam gut aus dem Bett und hat die erste Surfeinheit mitgemacht. Anscheinend lief die aber eher auf eine eingehende Beobachtung der Wellen hinaus, die gefühlte 500 Meter hoch waren (real ungefähr ein Meter). Manchmal ist es aber besser, ein wenig Respekt vor dem Meer zu haben, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, nachdem ich gestern zweimal einen Vertical Drop aus anderthalb Meter Höhe auf den Sandboden hinter mich gebracht hatte.

Im zweiten und letzten Kurs hat Schnei dann die Welle des Urlaubs gesurft. Ich hab ihn zwar nur von hinten gesehen, aber der Ride dauerte bestimmt 25 Sekunden und endete am Strand. Manu und Timmy waren echt beeindruckt – Timmy hatte dann auch ein fettes Grinsen im Gesicht, als er zu mir rausgepaddelt ist. Ich habe nur eine gute Welle bekommen, war aber ganz zufrieden damit, weil auch nicht so viel rein kam. Nachher haben wir am Strand noch ein paar Poserfotos geschossen und uns zum Chillen auf unsere Handtücher zurückgezogen.

Heute hatten wir erstmalig deutlich über 30 Grad im Schatten, und erst jetzt (20 Uhr) ist es einigermaßen angenehm. Es gab gerade lecker Tortellini mit Tomatensoße, und wir haben uns leicht überfressen. Mittlerweile sind wir auch beide gesundheitlich angeschlagen, aber wir sind ganz optimistisch, dass das nicht lange anhalten wird…bei unserer gesunden Ernährung.

Ich liege gerade in der Hängematte, während am Baum hinter mir ein Monsterkäfer mit einem riesen Stachel sitzt. Schnei und Thomas machen gerade weiter Fotos davon.

Morgen fahren wir relativ zeitig nach Barcelona weiter, wo wir anscheinend in einem Hostel übernachten werden. Soweit es ging haben wir schon zusammengepackt und das Auto beladen. Jetzt gehen wir noch mal schnell ins Netz und suchen uns die Route für morgen. Neues gibt’s dann wahrscheinlich am Sonntag.

Viele Grüße nach Hause!

Flo